Notausgang (2015)

Notausgang (2015)

Emergency Exit flags

Vom 25.9. bis zum 9.10. 2015 waren an den Flaggenmasten des Kunsthistorischen Museums am Maria-Theresien-Platz in Wien zwei Flaggen mit dem Motiv des Notausgangschildes gehisst.

Begleittext zur Installation:
Sowohl die Bedeutung von Fluchtwegschildern als auch diejenige von Flaggen beruht auf Konventionen. Flaggen repräsentieren Länder, Verwaltungseinheiten und Organisationen. Rettungs- und Fluchtwegschilder bieten Orientierung in Notsituationen. Werden beide vereint, kommt ihre Bedeutung ins Flattern. Weder ist definiert, wem hier ein Ausweg gewiesen wird, noch wer dies tut oder wo sich dieser befindet. Notausgänge müssen unmissverständlich gekennzeichnet sein. Unklarheiten können fatale Folgen haben. Der Hinweis auf einen Notausgang, der vom Wind abhängig und somit überall und nirgends ist führt dieses Prinzip ad absurdum. Gleichzeitig markiert eine flatternde Notausgangfahne wohl kaum irgendein Hoheitsgebiet.
Konzipiert wurde die Arbeit 2014 als ein semiotisches Spiel und eine Befragung von Hoheitszeichen und Ortskennzeichnungen. Heute, im Kontext allgegenwärtiger Debatten um Asyl(-politk), Migration, Flucht und Zuflucht ist sie jedoch auch – und vielleicht vor allem – zu einer Frage nach dem Wohin?. Die Flaggen werden zu einer Metapher dafür, wie schnell sich Wind, Schicksal und Wege ändern können.